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Der Hobbypsychologe !

Also ich habe ja bei mir bisher drei Methoden der Trauerbewältigung festgestellt. Man nennt es wohl wirklich Trauerbewältigung...ist ja auch so.

Für diese Methoden gibt es natürlich garantiert irgendwelche Fachbegriffe in der Psychologie. Da ich die aber nicht kenne, geb ich denen mal eigene Namen. Dann sind es praktisch meine eigenen Sterne...toll, Markus, auf so einen Zusammenhang zu kommen. Da fällt mir doch glatt noch eine vierte Methode ein. 

Also, Nummer Eins will ich mal "Das Ausblenden" nennen. Neu-Deutsch vielleicht FOS, also Fading Out Syndrom...LOL..oder auch eine FadeAndForget-Weapon.
Dabei geht es darum, sich einfach nicht mehr an das Erlebte erinnern zu wollen. Versuchen es völlig zu verdrängen, wobei es oft ein Verschieben ist. Verschieben in eine angeblich weit zurückliegende Vergangenheit oder in einen Traum. Die Bilder sind nur undeutlich wahrzunehmen und werden sofort wieder ausgeblendet oder weggeschoben. Nur nicht dran denken ist das Motto. Ich denke es ist eine sehr effektive Methode. Braucht einiges an (Nicht)Vorstellungskraft, bzw Training sich selbst etwas vorzumachen. Oder aber einen starken Willen. Naja, stark...ich denke ihr wißt was ich meine. Wenn man das aber drauf hat, ist einem gut geholfen fürs Erste. Allerdings ist das nur eine Illusion und natürlich verarbeitet man dabei nichts. Aber gut für die erste Phase denke ich. Oder auch nicht ? Vielleicht verschiebt man dann nur die Trauerphase und das wäre ja nicht das Gelbe vom Ei. Oder vielleicht doch, weil man später vielleicht stärker ist. Wenn man das zB bis zur nächsten Partnerschaft durchhält wär es aber gut, oder ? Ach, was weiß ich schon. Wird wohl auch vom Charakter des einzelnen abhängen. Bei mir klappt es sowieso nur bedingt. Die meiste Zeit klappt es sehr gut, aber ein Einbruch ist ab und zu doch immer dabei.

Nun, kommen wir zu Nummer Zwei =  "Der Denethor-Effekt"
Hierbei läßt man sich in eine Phase des absoluten Selbstmitleids sinken. Man suhlt sich förmlich darin. Diese Methode ist sehr gesund für die Trauerbewältigung. Man heult, schreit, wütet, hadert mit sich und dem Schicksal. Das ist sehr befreiend, aber leider nicht für lange, dann muß man sich schon wieder suhlen. Wer den Denethor-Effekt nur einmal benutzen braucht (zB bei einem melancholischen Saufabend im Irish Pub), den beneide ich. Diese Methode bürgt jedoch eine sehr große Gefahr, woher sie auch den Namen bekommen hat. Es ist die Gefahr, sich in diesem Selbstmitleid so lange zu suhlen bis es einem gefällt oder man einfach nicht mehr aufhören kann, weil das Gehirn es schon als selbstverständliches Selbstbild interpretiert. Was zur Selbstzerstörung führt. Kann schreckliche Auswirkungen auf das Umfeld haben und somit auf das eigene Leben in der Zukunft.

Nummer Drei wäre dann "Die Wut*.
Nicht die Flut, sondern die Wut. Beides hat aber Gemeinsames. Ich warte noch auf die Wut. Bisher hab ich noch keinen Grund bekommen, aber er klopft schon an der Tür. Wenn man mit einer E-Mail abgeschossen wird und danach kein Wort mehr folgt, dann ist die ja wohl auch berechtigt oder ? Nun, ich red mir das jedenfalls ein. Manche denken sich auch spekulative Begebenheiten aus, die sie dann nutzen um die Wut zu kriegen. Was ich bisher verhindern konnte zum Glück. Die Wut ist wirklich ausgesprochen mächtig und sehr nützlich. Allerdings kommen wir zu dem Star Wars Effekt. Die Wut führt zur dunklen Seite der Macht. Hass verdrängt Liebe. Aus Selbstschutz, aber das macht keinen Unterschied. Man beschmutzt seine Seele. Aber es ist halt ein leichter Weg. Etwas zu hassen schaltet den Schmerz aus, den man halt mit der Liebe immer ausgesetzt ist. Auch hier gilt: mal eben wüten, vielleicht etwas zerdeppern usw, okay. Aber sich dran verbeißen führt zu anderen Problemen. Auch hier führt der Weg weg von der echten Verarbeitung. Oh, man verarbeitet schon, aber oft ist es eine falsche und ungerechtferigte Verarbeitung.

Was mir oben als Nummer Vier eingefallen ist, wäre der "Depressive Scherzkeks*.
Hierbei versucht man die Sache mit Humor zu verarbeiten und zwar krampfhaft. Meistens dürfte dies zu einem eher zynischen oder ironischen Humor führen. Etwas Trauer gehört denke ich dazu. Aber es gibt wohl Leute, die sich so etwas vormachen können. Zumindest im Überbewußtsein. Nun, ich habs noch nicht probiert. Klappt bei mir eh nicht. Aber man weiß ja nie.
Eine Abart davon ist das Schutz suchen in Kneipen. Gute Zeiten mit Alkohol und Späßen und/oder Flirts/bettgeschichten und und...hauptsache wir haben Spaß der ablenkt. Was er nicht wirklich tut. Kann schnell zum Bumerang werden. Oder einem zum Alkoholiker machen oder zu einer Geschlechtskrankheit führen...LOL

Ist wie bei der mir eben eingefallenen Nummer Fünf. Das machen glaube ich viele Menschen. Nennen wir es den "Workaholic Effekt".
Dabei stürzt man sich übermäßig enthusiastisch in eine neue Beziehung oder in die Arbeit. 50/50 Chance denke ich. Wenn man wirklich was tolles Neues findet ist es Klasse. Gut, okay..nicht 50/50. Schonmal bei einer Frau der erste gewesen nach einer gescheiterten Beziehung ? Da habt ihr die Arschkarte...ist einfach so. Wenn nicht, seht euch als Glückspilze an und nehmt meinen Respekt entgegen.
Und was die Flucht in die Arbeit angeht. Nein, das sehe ich nicht als wirksame Trauerbewältigung an. Okay, das schon, aber nicht als Verarbeitung. Es ist ja Ablenkung davon.

Wirkliche Verarbeitung ist schwierig und dauert lange. Schafft man sie nicht, hat man echt ein Problem. Wer es schafft wird stärker in die nächste Beziehung gehen. Denke ich zumindest. Aber was weiß ich schon. Ich bin ja nur Hobby-Psychologe.

Mal in mein Wartezimmer schauen, ob da noch ein Patient sitzt. Hm, den kenn ich. *kopf kratzend vor Spiegel steht* 

11.1.08 02:15
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mory (11.1.08 02:41)
Star-wars-Effekt.. Da musste ich echt lachen, schicke Verknüpfungen, die du da wieder gezogen hast *nick*

Wer da nur in deinem Wartezimmer sitzt.. *kopfkratz*

Man könnte das Ganze auch in Phasen aufteilen..
1. Phase: Das ist nicht wahr und alles gar nicht passiert.. - Unglaube
2. Phase: Ich zieh alles Schlechte an - Selbstmitleid
3. Phase: Du Arschloch! - Wut
4. Phase: Ablenkung suchen und wieder anfangen zu lachen... - Leben

Wobei.. Ich bin ja kein Hobbypsychologe.. Nur eine die mitten drin steckt, in allen Phasen, wobei 3 bisher nur einmal rausgelassen worden ist.. *schulterzuck*

LG

Mory

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